Von einer die auszog das Leben zu erfassen

Seit vielen Jahren träume ich davon meinen eigenen Blog zu schreiben. Ich schreibe für mich selbst seit Jahren kreative Seiten. Als ich dann vermehrt in andere Länder ging um dort eine Weile zu leben holte ich mir viele Infos übers Bloggen, aber wagte noch nicht den Sprung in die Öffentlichkeit. Ich gehöre der vermutlich Minderheit der Menschen an, die nicht bei Facebook, Instagram sind, noch nicht mal Internet auf ihrem Handy haben wollen.

Da mich so vieles bewegt auf meinem Lebensweg, besonders mein Glaubensweg und meine psychische Erkrankung, habe ich beschlossen Euch schreibend mitzunehmen auf meine Reise.

Ich arbeite seit diesem Monat wieder nach längerer Arbeitssuche bzw. Pause durch die Erkrankung. Mein Arbeitsplatz ist eine Nähwerkstatt die vom AMS gefördert wird, wo ich lerne Baby- und Kinderbegleidung zu nähen. Die ersten zwei Wochen mit Übungen an der Nähmaschine sind geschafft und ich bin voller Vorfreude mehr zu lernen, etwas zu erschaffen. Hätte mir jemand vor einem Jahr gesagt, das ich bereit bin auf einem Arbeitsplatz zu sein der für psychisch Erkrankte bereitgestellt wird, hätte ich an die Stirn getippt. Meine Angst vor Stigmata war so gross das ich fast ein Jahr nach Erkrankung bzw. Diagnose erstellen gebraucht habe, dem AMS Informationen darüber zu geben und so Unterstützung zu bekommen.

Das ist einer der schwierigsten Schritte, sich von den zugeschriebenen oder gefürchteten Stigmata zu lösen. Die grosse Angst abgelehnt zu werden, nicht mehr gebraucht zu werden. Bereits durch ein sehr buntes Leben kaum erfassbar, nun noch weniger greifbarer zu sein. Nicht so nahestehenden Menschen erzähle ich momentan, das ich eine Arbeitsstelle am 2.Arbeitsmarkt habe in einer Nähwerkstatt.

Ich merke hier, wie so oft, so genau will es eh fast keiner wissen. Auch wenn es meinen Puls hochtreibt, bei der Vorstellung das ich nicht nur oben in der Werkstatt unsichtbar sein werde, sondern unten im Ladenshop auch sichtbar in dieser kleinen Stadt verkaufen werde abwechselnd mit meinen Kolleginnen. Und das sich „das“ herumsprechen könnte. Ein bißchen Paranoia muss sein. Hatte filmreiche Vorstellungen das ich unterm Ladentisch mich verstecken müßte, wenn Bekannte vorbei kämen. Daran wurde mir klar, mit so einer Angst will ich nicht leben. Ich werde mir jetzt kein T-Shirt drucken auf der ein Label steht, aber ich will mich nicht von anderen definieren lassen. Von daher Let´s do it. Komm mit auf meine Reise ins Leben.

2 Kommentare zu „Von einer die auszog das Leben zu erfassen

  1. Ja, ich kenne die Angst auch. Bei mir betrifft das Herkunftsdorf, dass die wissen, ich bin krank und kann nix leisten. Das belastet mich schwer, dass die das wissen könnten, deswegen sage ich da immer, ich würde noch studieren oder wäre gerade erst fertig geworden. Manchmal darf man glaube ich auch ein bisschen lügen, wenn man Menschen begegnet, die wirklich überhaupt keinen Plan und Interesse an psychischen Erkrankungen haben. Aber es gibt auch die, die total offen dafür sind. Jede Familie hat ihr eigenes kleines Irrenhaus!

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