P….wie…

P…wie…Pusteblume die angepustet so zart in den Himmel fliegen, deine Nase kitzeln, dir Vergänglichkeit nahe bringen. P…wie….Pistazieneis köstlich das erste Mal in Griechenland probiert mit echten Pistazien der meine Geschmacksknospen explodieren ließ.

P…wie…Psychose die sich selbst eingeladen hat, für die meine Türe sperrangelweit offen stand, frei nach dem Motto komm herein es sind alle Vorboten da damit du dich eingeladen fühlst.

Vorboten waren ein Leben vollgepackt mit dem was man Leben nennt, u.a. Schicksalschläge, Arbeitssuche, Suizidversuche, zig Umzüge auch in verschiedene Länder, Mobbing. Zuviel was ein Mensch bewältigen könnte. Das Hirn scheint einen Selbstschutz Schalter umzulegen, und tata du bist in der Psychose angelangt.

Im Gegenzug wenn eine Grippe heraufzieht erkennst du das am Schnupfen, abgeschlagen sein und du kannst für Dich sorgen weil du es einordnen kannst. Wenn du deine erste Psychose hast, hast du nicht die leiseste Ahnung das du gerade im Moment richtig erkrankt bist und dein Gehirn dir Streiche spielt.

Sogenannte Positivsymptome sind im akuten Stadium vorhanden. Das kann sein (muss aber nicht immer) das du Stimmen hörst. Stimmen die dir vorgaukeln das du deine Nachbarn hörst, oder den Menschen der neben dir im Bus sitzt. Und du hast keinen blassen Schimmer das ausser Dir das keiner hört. Das niemand einen leisesten Muckser von sich gegeben hat.

Bei mir hat sich das gesteigert von Geräuschen a la die Nachbarin ist laut bis zu zwei Stimmen in meinem Kopf die im Dialog sich über mich unterhielten wie God Cop, Bad Cop. Es hat mich zum verzweifeln gebracht, beschimpft zu werden, oder das mir die Nachbarn scheinbar so nahe kamen. Zuerst war es nur im Haus in der eigenen Wohnung, dann raunte es auch draussen im Freien.

Ich suchte ernsthaft die Lärmquelle und stellte mich an verschiedene Stellen rund ums Haus, ging umher in der ganzen Gegend. Konnte seit Jahren nur noch schlecht schlafen, mittlerweile kaum noch. Ich merkte wie ich durchdrehte.

Und dann bekam ich einen Nervenzusammenbruch, wo ich nur noch ein weinendes, schimpfendes Bündel Mensch war. Das war so heftig, weit über ein paar Krokodilstränen hinaus mit so einer Wucht, das ich zum Glück mich am nächsten Tag jemanden anvertraute und die mir empfahl einen Arzt aufzusuchen. Ich begab mich zum Hausarzt, und der überwies mich sofort ans LKH – Landeskrankenhaus Abteilung Psychiatrie. Mir war total mulmig zumute dorthin zu gehen, hatte dort dann mit einem Psychiater ein langes Gespräch.

Am Ende stand die vorläufige Diagnose fest P…wie …Psychose akut polymorph.

Ich bekam ein Medikament, und konnte bald wieder schlafen. Es dauerte noch ca 2-3 Wochen das mein Gehirn mir Streiche spielte, indem die Dialoge da waren, und plötzlich wie ein Schleier der sich lüftete die Realität erfasst wurde. Es gibt niemand ausser in meinem Kopf der mit mir spricht. Ätsch, reingefallen war die quälende Aussage der Stimmen, es machte ihnen einen Heidenspass mich immer wieder auflaufen zu lassen. Je mehr das Medikament wirkte, sich ein Spiegel aufbaute, wurden es weniger Intervalle bis die Stimmen verstummten und die Ruhe die ich so brauchte in mein Gehirn einzog.

Dann hatte ich einige Wochen mit der Negativsymptomatik zu kämpfen Depressionen vom feinsten. Ich war im totalen Schock über das Geschehen, konnte es kaum erfassen was mir da zugestoßen war, hatte keine Sprache dafür. Und ja ich schämte mich, hatte Angst das meinen Nervenzusammenbruch Nachbarn mitbekommen haben könnte und das ich mit so einer Diagnose nun im Abseits stand. Es dauerte einige Zeit bis ich mir ein Hasenherz nahm und Menschen aus meinem näheren Umfeld davon erzählte.

Und ich bin noch immer dabei zu entscheiden wo ich mich öffne und andere an diesem Aspekt meines Lebens teilnehmen zu lassen, und wo ich mich zurückhalte oder aus Angst abgelehnt zu werden schweige. Obwohl die meisten Reaktionen, eher ein erstaunen waren, man erwartet von einer relativ fröhlich, optimistischen Frau wie mir nicht das dahinter sich solch ein Drama abspielte. Aber die Leute sind bis jetzt geblieben, das macht mich sehr froh und dankbar. Wo ich wohl in einem weiteren Jahr damit stehen werde?

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