Bernadette pilgert nach Lourdes. Eine andere Geschichte

Mein Name Bernadette ist ja mein Firmname, also nicht Taufname sondern steht an vierter Stelle. Ich hatte diesen Namen ausgewählt als ich als Erwachsene in Berlin konfirmiert wurde, dort ist es üblich sich einen solchen Namen zu geben. Zu Bernadette hatte ich einen tiefen Bezug seit ich Bernadettes Lied, einen alten Film, basierend auf dem Buch des jüdischen Autors Franz Werfel, gesehen hatte.

Und der Wunsch einmal nach Lourdes zu pilgern. Was versprach man sich an den Ort zu reisen, wo Kranke geheilt wurden, akribisch dokumentiert von Ärzten. Wo aber noch viel mehr Hundertausende ohne sichtbare Heilung von dannen gingen. Dennoch mit mehr Hoffnung im Herzen. Ich merkte was mich dort hinzog war die Sehnsucht auf Heilung. Und überhaupt mir diese Sehnsucht einzugestehen, das ich bedürftigt war, das ich Verletzungen erlitten hatte, das ich danach hungerte Heilung zu erfahren. Das bereits war ein wichtiger Teil des Prozesses der entstand bevor ich auf diese Reise ging.

In Lourdes ich hattte das unwahrscheinliche Glück in der absoluten Nebensaison zu landen, wo alles in dem kleinen Städtchen Lourdes ruhte bzw. renoviert wurde, und sich keine Schlangen vor der Grotte der Bernadette bildeten. Ich konnte ob Tag oder Nacht direkt in die Grotte zur Marienstatue hingehen und mich ins Gebet versenken. Dabei war die Natur auf wunderschöne Weise präsent, das Rauschen des Baches, der Mond der darauf scheinte, das Rascheln des Baumes im Wind. Es waren sehr intime Momente in denen ich all mein Leid dort vorbrachte und mich ins Gebet versenkte.

Nach ein paar Tagen, ging ich den Kreuzweg der über dem Bach errichtet worden war. Die Figuren Stationen des Leidenweges Christi waren unglaublich berührend dargestellt fern von katholischem Kitsch, den ich manchmal nicht abgeneigt bin.

Bei der Station wo Jesus am Kreuz hing, mußte ich plötzlich zu weinen anfangen, kein rührseliges Schniefen, sondern es heulte mich durch und durch. All die Distanz die ich zu ihm gespürt hatte, weil ich wie unter Visionen beschrieben (voriger Artikel) mich teils von ihm beschützt teils aber im Stich gelassen fühlte brachen auf. Diese alte Wunde wie und warum ein Gott das Leid zulässt im Leben, die große Theodizee Frage, die mich auf Abstand zu ihm gebracht hatte. Das alles fiel zusammen wie ein Kartenhaus, und ich spürte nur seine unglaubliche Liebe zu mir, zu uns, die ihn in aller Freiheit dazu brachte sein Leben für uns herzuschenken.

Ich wurde dann innerhalb dieser Woche richtig Grippe krank. Mein inneres hatte eine Heilung erfahren indem ich wieder wie in jungen Jahren Jesus ganz nahe in Liebe sein konnte. Nichts stand mehr zwischen uns. Ich wußte er war da gewesen in dem Moment wo ich sprang, wo ich fiel, wo ich operierte wurde, und in vielen weiteren Lebenssituationen.

Er war da, immer. Das ist seine Zusage an uns die er uns geschenkt hat und diese löst er jeden Moment auch deines Lebens ein.

Er ist da für Dich und für mich, vertraue darauf, und du wirst Heilung erfahren. Vielleicht gestaltet sich die Heilung nicht per se im äusseren, aber dein inneres wenn es tief berührt wird, kann ganz neue Wege gehen, denn du bist nicht mehr alleine.

3 Kommentare zu „Bernadette pilgert nach Lourdes. Eine andere Geschichte

  1. Danke für den berührenden Bericht, Bernadette. Er geht mir zu Herzen – und sicher auch anderen, die sich in ihrem Herzen nach Heilung sehnen. Als Du Dich Jesus öffnetest – da musste ich an die biblischen Heilungsszenen denken: „Was willst Du, was ich Dir tue?“ „Rabbuni, mach mich gesund an Leib und Seele.“
    Mit der Grippe hat sich Dein Körper evtl. die nötige Zurückgezogenheit gesucht, um zu verarbeiten, was Dir in diesem Moment zuteil wurde.
    Alles Gute auf Deinem Weg!
    Woody

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