Lernblockade

Cafe in Auckland

Eigentlich, nein ganz real geht es mir zur Zeit ganz gut. Ich schaffe finde ich sehr viel, Arbeiten, Ehrenämter, Interessen, Gebetszeiten, Bewegung, Haushalt…

Nur ja das bißchen Lernen macht sich nicht von alleene. Ich bin eingeschrieben für einen Theologischen Fernkurs von der Erzdiözese Wien, an dem man Österreichweit (und darüber hinaus) teilnehmen kann. Man bekommt Skripten zugesandt, und hat im Sommer eine Studienwoche. Ab Herbst, und dann wieder ab März kann man die Prüfungen ablegen. 12 sind es insgesamt.

Der Grund das ich mich für den Kurs entschieden habe, war das ich mit dem bestandenen Zertifikat, mich für die Ausbildung als Pastoralassistentin bewerben kann. Das entscheidet eine Kommission ob man genommen wird. Allerdings wie gesagt nach erfolgreichem Abschluss. Das heißt gute 3 Jahre weiss man nicht woran man ist. Und im Gegensatz zu einem Studium, kann man mit diesem Abschluss sonst gar nichts machen, ausser sich freuen das man ein bißl mehr weiss. Zusätzlich erwarten sie noch ein Engagement bei Ehrenämtern. Und das eben alles noch neben der Arbeit.

Am Anfang hab ich mich gefreut, da ich zu dieser Zeit Jobsuchend war, war das ein Lichtblick, die Füße wieder auf den Boden zu bekommen. Das Lernen war doch lange her, seit meinem Zertifikat als Berlinguide sprich Gästeführer und Kirchenführer, waren schon wieder Jahre vergangen. Und ich realisierte wie sehr mich die Prüfungen unter Stress brachten. Es fiel mir nicht leicht mich zu konzentrieren, ich war auch zu diesem Zeitpunkt gerade aus der Psychose raus, bzw. in den Nachwehen. Irgendwie schaffte ich aber die ersten 4 Prüfungen. Und erlebte jedes Mal aufs Neue einen unglaublichen Kick, Adrealin pur.

Dann kam im Herbst letzen Jahres ein zweites Gespräch mit einem Beauftragten der Diözese. Trotzdem ihm meine Ehrenämter gefielen, betonte er wie viele sich beworben hätten, und das nicht alle genommen werden können für diese Pastorale Ausbildung. Die wiederum sollte ja 2 Jahre dauern, war aber bereits eine Anstellung mit jeweils Seminarblöcken in einem anderen Bundesland. Also noch mehr Lernen und Stressmanagement. Ich war nach diesem Gespräch total geknickt, war kurz davor alles hinzuschmeißen, beschloss aber weiterzumachen.

In dieser Phase wurde ich auch präpsychotisch, sprich mir gings nicht gerade so gut. Nicht wirklich. Daher sagte ich weil ich eh total Lernblockade hatte eine Prüfung ab, bzw. verschob sie auf Frühling. Eine andere Prüfung schaffte ich wider erwarten dann doch, aber auch hier fiel mir das Lernen sehr schwer, die Überwindung mich hinzusetzen, das Konzentrieren auf den Stoff, das Behalten des Gelerntens. Nach dieser Prüfung hatte ich vor lauter Stress solche Kopfschmerzen, das die Freude nur gedämpft da war.

Und nun angemeldet für die nächste, sprich nachzuholende Prüfung geht so gut wie gar nichts. Klar ich hab vor 3 Wochen begonnen zu arbeiten, was mich Energie und Zeit kostet. Das ist ja auch eine reale Umstellung nach der langen Zeit der Jobsuche. Aber ich merke, entweder ich bin zu müde, kann mich dann doch nicht konzentrieren. Es gehen nur Minischritte voran. Es wird wenn sich nicht plötzlich auf 180 ° etwas ändert, eine Pleite werden oder ich muss absagen. Was dann hieße ich hätte nächstes Semester ab Herbst wo ich schon 4 weitere Prüfungen machen muß eine mehr dazu, was sich nicht mehr mit auch ganz viel Lernen ausgeht. Sprich ich würde 1 Jahr verlängern müssen, bzw. verlieren.

Oder geb ich auf? Auch das hängt in der Luft. Ich merke das ein Teil von mir so interessant ich das Berufsbild Pastoralassistent auch finde, mich nicht darin sieht, weil es zu hoch ist. Sprich denke es ist eine Nummer zu gross für mich. Weil es Büroarbeiten erfordert, viel soziales Feingefühl bei allen Belangen in der Pfarre und manchem Hickhack der ja in den meisten vorkommt. Oder Angst das zu viele studierte um mich herum sein könnten, denen ich mich manchmal nicht gewachsen fühle. Der Makel in meiner Familie ist ja das ich nie studiert habe, genau genommen habe ich auch kein Abitur, trotz mancher Jahre im Gymnasium. Und auch Angst es könnte vielleicht durch die Institution Kirche zu sehr in mein Leben eingreifen. Zu konservativ werden, wo ich doch trotz tiefen Glaubenslebens ein Freigeist geblieben bin.

Ich habe es auch vor Gott gebracht. Im Gebet kam immer wieder lass es los. Hm, heißt das nun loslassen im Sinne von aufgeben, oder den ganzen Druck sein zu lassen und mich nur aufs Lernen zu konzentrieren, aber nicht den ganzen Rattenschwanz der nächsten Schritte. Auch meinem Blick zu erlauben ein bißchen weiter im Sinne von Berufswahl, zu werden. Aus dem Gefühl rauskommen, wenn das nichts wird, geht gar nichts mehr. Sondern auch andere Optionen durchspielen. Habe ich kein Vertrauen in Gott und in mich das ich es aber schaffen kann, und machen darf. Das mein Gelübde mich nicht dazu bringen muss alles stehen und liegen zu lassen. Fragen über Fragen.

Ich weiß grad damit nicht weiter, es macht mich neben allem gefühlten Glück das ich sonst habe, nicht froh gelinde gesagt. Auch fühle ich mich in der Schuld meines Vaters, der mir diesen Kurs finanziert und mich schon fertig sieht. Jetzt abzubrechen, ich hab es sanft angedeutet wäre für ihn ein Versagen.

Es ist echt ein Dilemma.

Wie komme ich da bloß wieder raus, um durchzuatmen?

Ich bitte Dich Gott hilf mir zeig mir einen guten Weg.

Ein Kommentar zu „Lernblockade

  1. Meine Mutter hat katholische Theologie studiert. Sie kann zum Beispiel auch Wortgottesdienste halten oder sie verteilt die Hostie und liest die Lesung. Wobei Hostie und Lesung kann ja jeder Gläubige.

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s