Gelübde

Ich hab in einem anderen Beitrag geschrieben das ich ein Privatgelübde abgelegt habe, derzeit „nur“ die Ehelosigkeit, und anstrebe wenn es tatsächlich für mich stimmig ist, alle 3 evangelischen Räte abzulegen. Die da waren Ehelosigkeit, Armut und Gehorsam.

Was bedeuten die aber und zwar konkret für mich? Es klingt ja schon sehr altmodisch auf den ersten Blick. Beim Hinfühlen und Erspüren dieser Wege hat sich für mich gezeigt:

Ehelosigkeit heißt, ja ich habe keinen Partner. Ich bin aber trotzdem nicht Single, sondern habe eine Gottesbeziehung. Heißt ich lasse mich auf Gott/Jesus ein im täglichen Gebet, im Alltag sie sind auf meiner Seite, das ist das Gegenteil von alleine sein. Indem ich mich dieser Beziehung öffne, bin ich getragen von Liebe, und diese kann ich widerum zu den Menschen tragen. Nicht zu einem Menschen exklusiv, aber zu vielen 🙂 das ist ja voll schön. Sozusagen verschwenderisch mit Liebe auf die Menschen zugehen. Das hängt natürlich von meiner eigenen Fasson ab, inwieweit ich das umsetzen kann, die Grundrichtung ist damit gesetzt. Es gilt auch sich mit seinen ungeliebten Anteilen auseinanderzusetzen, bzw. wo ich von einem Partner im Leben nicht angenommen worden bin, oder gar nicht als Partnerin zur „Wahl“ gesehen wurde. Auch davon Abschied zu nehmen, bzw. offen zu trauern was nicht gelungen ist. Und weiterhin mir bewußt zu sein das ich ganz Frau bleibe, heisst die Anziehung selbst zwischen Menschen verschwindet nicht einfach, sondern man lebt sie anders aus. Da wo zölibatäre Menschen dem aus dem Weg gehen, kann es angespannt, hart, moralisch oder unfruchtbar werden. Ich will mir meine Offenheit und fröhlich auf Menschen zugehen bewahren. Selbst wenn ich dann „Gefahr“ laufe, das es jemand anders versteht.

Armut heißt für mich Teilen, einfacher Lebensstil, auch seine Talente einsetzen. Und auch zu wissen das ich von Gott mit allem beschenkt werde, arm dastehe oder blank wie ein Neugeborenes, und dieses Gefühl weitergeben kann. Bei dem einfachen Lebensstil hab ich es leichter umzusetzen als Leute in gut bezahlten Jobs, ich hatte immer Jobs mit sehr niedrigem Lohn, auch derzeit arbeite ich an einem Arbeitsplatz für psychisch Erkrankte wo der Lohn niedrig ist, sodass ich noch zusätzlich Sozialhilfe aufstockend beantragen muss.

Das was ich hab ist in meinem Land Österreich also nicht viel, damit ist dieser einfache Lebensstil schon leichter umzusetzen, im Vergleich zu armen Ländern weltweit geht es mir dennoch gut. Die selbstgewählte Armut oder Einfachheit ist eben auch die Freiheit die Arm geborene sich bis zu ihre Lebensende nicht wählen können.

Ausserdem war ich schon immer ein Minimalist, ich liebe es wenig Dinge zu haben, klingt splenig es gibt mir ein Gefühl von Freiheit und meinem Nomadischen Anteil in mir das Gefühl jederzeit einen Koffer packen zu können und loszugehen, das liebe ich echt.

Sich der Armut bewusst zu sein, heißt auch achtsam mit Lebensmitteln, Kleidungskauf umzugehen. Da bin ich noch am gestalten, gerade was die Kleidung betrifft, habe das eher wenige noch mal mehr ausgemistet. Überlege diesbezüglich ob ich mir selbst eine Art Kleidung nähe, gleich mehrfach das selbe um diese Schlichtheit zu betonen, und so das Shoppen auf ein Minimum zu reduzieren.

Ja und Gehorsam, das klingt am sperrigsten. Ist aber von Kadavergehorsam weit entfernt. Es kommt schlicht vom Hören. Hinhören auf Gott, auf die leise Stimme im inneren (und ich meine hier keine Halluzinationen…) die einem den Weg weist in ganz alltäglichen Belangen. Hier habe ich sicherlich ein Stück mehr Freiheit mit meinem Privatgelübde wo ich mir selbst gegenüber ganz Verantwortlich bin, und keinem Ordensoberen. Aber auch das kann wenn diese reife Charaktere sind ein guter Wegweiser für Ordensangehörige sein. Natürlich in der Geschichte der Orden wo negative Machtstrukturen ihren Einfluss fanden, konnte/und kann es sehr kontraproduktiv sein.

Alle drei sind letztlich Wegweiser um im Glauben also der Beziehung zu Gott nachzufolgen. Ich bleibe gespannt wie sich das entwickelt….

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