Krankenstand

Ich hab in letzter Zeit hier schon mal über Erschöpfung geschrieben, nun mußte ich die Reißleine ziehen und mich mal in den Krankenstand begeben. Es wächst mir alles über den Kopf die Arbeit, das Lernen – der Prüfungsstress, die Ehrenämter. Dafür das ich eigentlich vom Arzt nur halbtags arbeitsfähig geschrieben bin, mache ich zuviel das ist mir schon klar.

Allerdings habe ich ja Ziele bzw. Hoffnung nach wie vor das ich es doch wieder in 1.Arbeitsmarkt schaffen könnte. Besonders in Richtung Pastoral. Ein Jahr müßte ich noch durchhalten an Lernen, Prüfungen absolvieren. Und das immer mit den großen Fragezeichen nehmen die mich überhaupt, und selbst wenn sie mich nehmen kann ich vom Energielevel das tun. Denn es wird ja dann nicht weniger, wäre dann Job mit Ausbildung für 2 weitere Jahre. Und ob sie überhaupt zustimmen wenn ich nur Teilzeit anzubieten habe, steht auf einem anderen Blatt.

Meine Therapeutin hat mich darauf angesprochen weil sie glaube ich ganz gut checkt wie ich mich teils überlastet fühle, teils auch schon in Bedrängnis komme mit Gedanken die „mir eingegeben werden“ die selbstverletzendes Verhalten ansprechen. Etwas was ich bisher nicht hatte. Ja, ich habe suizidale Phasen oder Momente, aber keine Selbstverletzung im anderen Sinn. Ich versuche dem nicht allzuviel Raum zu geben, sondern mit mir dann besonders freundlich in Gedanken zu reden, wenn diese Gedanken wie von jemand anderem autauchen. (sind aber keine Stimmen wie in Psychose)

Sie hat mich gebeten darüber nachzudenken das alles in Frage zu stellen, um mir andere Optionen zu eröffnen. Viel bleibt da ja nicht, der Arbeitsmarkt verlangt nicht nach mir, 50 stes Lebensjahr und erkrankt oder nur teilweise einsetzbar. Würde bleiben ne Art Frühpension die man sowieso nicht gleich bekommt, sondern Jahre? braucht bis das durchgeht. Das macht mir auch Angst, auch ganz weg vom Fenster zu sein. Ich bin tieftraurig geworden, habe etwas Paranoia geschoben, das mich meine Thera im Krankenhaus haben möchte, und mein Vertrauen wankte, wie mein Boden unter den Füssen. Ich habe meine eigenen Notfalltips beachtet, und einen Teil meiner Tabletten nur ganz vorsorglich weggeschmissen, und relativ schlaflos und grübelnd die Nacht verbracht. In Gedanken viele Fluchtwege im Kopf, von wegfahren, ins Ausland gehen, zu mich im Wald verschwinden zu lassen – das ist so ein „Bambi“ Gefühl, bis wieweit ist dann mein Leben noch lebenswert.

Am nächsten Tag konnte ich zum Glück mit meiner Thera nochmals telefonieren und manches davon klären. Und im Moment kann ich mich einfach nicht entscheiden. Das überfordert mich gewaltigst. Leute die meine Diagnose wissen, aber nicht so konkret mich mitbekommen, sprechen mir natürlich alle zu, das ich weitermachen soll, nicht aufgeben. Ich merke immer mehr das ist nicht nur eine Frage des Willens, der freien Entscheidung. Sondern meine Seele zeigt mir genauso wie unser Körper ziemlich schnell wenn ich sie überfordere.

Und mein Vater unterstützt meine Ausbildung finanziell, sprich die Kurskosten, da fühle ich mich auch sehr verpflichtet merke ich.

Auf der anderen Seite kann ich mir wenn alles an Behördenkram und Ärztebesuch durchgestanden wäre, und ich dürfte in Frührente gehen, das schon vorstellen. Klar auch Angst das ich runterfalle, oder weil mich dann manche für faul halten daran knabbere.

Aber so wie ich gepolt bin, würde ich fleißig in Ehrenämtern investieren, meinen Glauben leben – mein Gelübde, die Gebetszeit inniger pflegen können, und einfach kreativ sein mit schreiben u.a., mich in Natur begeben ohne verschwinden zu müssen. Auch so ein Leben hätte einen Wert, ich meine mit 60 wäre es dann eh genauso, nur das ich mich dann nicht rechtfertigen müßte.

Finanziell macht es im Rentensinn keinen Unterschied da ich immer sehr wenig verdient habe, wird meine Rente mal im Soziallevel sein. Da mache ich mir nichts vor.

Einen kleinen Kater wieder haben können. Energie für private Treffen mit Menschen haben. Bin da eher in einem Austausch Forum unterwegs wo wir uns Mut zusprechen, als real unterwegs.

Ich weiss im Moment nicht so richtig wie weiter, aber diese Woche weiss ich das ich mal Durchatmen muss. Und das tu ich jetzt.

Euch eine gute Woche mit viel Kraft, Lg, Bernadette

2 Kommentare zu „Krankenstand

  1. Was kannst du denn mit der Ausbildung in der Kirche machen. Meine Mutter hält zum Beispiel wortgottesdienste, betreut die Messdiener, liest und teilt Hostien aus. Und dann Caritas. Ich denke, dass das vom Stresslevel ok ist, früher hat sie nämlich nebenbei noch Vollzeit gearbeitet.das Theologiestudizm absolvierte sie auch nebenbei.
    Aber gut, dass du dich rausnimmst, wenn’s zu viel ist. Ich drück dir trotzdem die Daumen, dass es klappt!

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    1. Hi Schlendrian, das sind u.a. genau die Sachen die ich auch dann machen würde. Aber auch Jungschar oder Firmlinge betreuen, manches in Organisation – Büroarbeit, Sitzungen mit Pfarrgemeinderat, sprich vieles was so in einer Pfarre anfällt. Oder es gibt die Möglichkeit mit Zusatzausbildung als Seelsorger in die Krankenhausseelsorge zu gehen. Dort ist man für Menschen da, unabhängig vom Glauben, wenn das aber gewünscht ist auch dafür. Lg, Bernadette

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