Kleine Schritte

Diese Woche hat sich manches getan. Ich bin wieder zur Arbeit gegangen ab Dienstag. Zuerst noch recht wackelig auf den Beinen, hatte das Gefühl ich könnte mich nur schwer wieder mit Menschen täglich umgeben. Einerseits denke ich, wär das so schlimm, mehr alleine zu sein, im Wald, im Gebet etc, andererseits merke ich wie dann meine Fähigkeit abnimmt unter Menschen zu sein. Das Geplärre vom Radio in unserer Werkstatt habe ich nicht vermißt, manche Kollegin zu sehen war dann doch nett. Meine Angst ob ich überhaupt noch etwas kann, relativierte sich bald, es ging die Woche erstaunlich gut. Anscheinend hat mir aber die Krankheit respektive Rückzugswoche gut getan. Also Rückzug oder Auftanken ab und an sind gut für mich.

Meine Prüfung in Moraltheologie war am Donnerstag und ich habe bestanden, mit ner eins, hihi, das freut mich dann doch. Die Prüfung war einfach, oder ich habe genug gelernt. Leider hatte ich wieder diesesmal sogar einen Tag vorher Schmerzen vom Rücken in den Nacken bis Kopf dröhnt, das ich Schmerzmittel nicht zu knapp bis nächsten Tag nehmen mußte. Total verspannt, arg ist das. Schön langsam könnte mein Geist und Körper ja verstehen das ich die Prüfungen schaffe. Und wenn wirklich nicht, gibt es auch Wege dafür.

Was mich noch bewegt hatte, war diesen Tag vorher das ich ein Gespräch mit Pfarrer über mein Gelübde hatte. Wie es nun weitergeht, was ich mir vorstelle, wo meine Sehnsüchte sind, wo mein Anker. Innerhalb des Gepräches ging es auch darum die Frage von mir was kann ich tun oder erwarte ich von mir wenn ich so einen Weg gehe. Und da kam ich darauf in Andeutung zu sprechen das ich krank geworden bin und nicht mehr so viel leisten kann wie früher, alles wackelig ist. Der Pfarrer fragte nach, und ich outete mich mit meiner Krankheit. Ich war es eh satt gewesen an einem Ort wo ich doch immer mehr bin, Gemeinde, so versteckt zu sein, zumindest bei den mir wichtigen Leuten das sind vielleicht 3-4. Habe nun beschlossen da er gut darauf reagiert hat, auch mit der Pastoralassistentin mit der ich mehr zu tun habe und zwei Gemeindemitglieder peu a peu darüber Klartext zu sprechen. Ob es dann nur bei diesen bleibt oder Kreise zieht kann ich nicht beeinflussen. Aber ich hab so genug von Heimlichkeiten. Und der ewigen Angst was macht das mit meinen beruflichen Zukunftsweg.

Ich habe derzeit auf jeden Fall vor mein Gelübde auf Lebenszeit abzulegen. Die Sehnsucht zieht mich weiter dahin und ich möchte mich ganz auf Jesus einlassen. Was ich tun kann in diesem Rahmen wird sich entwickeln. Pfarrerchen meinte das das wie oft viel mehr an Bedeutung hat. Wie gehe ich mit Menschen um, wie bringe ich mich ein, öffne mich etc. Weg von der Leistung, mehr zur Zuwendung zu Menschen. Wann das werden wir noch uns aussprechen. Erstmal ist noch mindestens ein Gespräch mit meiner geistlichen Begleitung einer Ordensschwester geplant. Dann wollen sich die zwei auch noch austauschen.

Ich wünsche es mir auf jeden Fall an einem Sonntag weil ich möchte das die Gemeinde aber auch Freunde und vielleicht ganz schön mein Vater mitfeiern können. Im Frühsommer wär gut bevor alle wegfahren. Ich müßte auch wieder den Text meines Gelübdes schreiben auch das braucht Zeit. Ein Gemeindemitglied der mir gut bekannt ist, hat auch sich angeboten das er eine kleine Rede bzw. Einführung zu meinem Gelübde sagen könnte. Das habe ich erstmal so angenommen. Ich möchte schön das das würdig und freudig über die Kirchenbühne geht und nicht versteckt. Eine Hochzeit feiert man auch mit lieben Leuten.

Gibt es Zweifel? Bin gefragt worden von Leuten so halb scherzhaft und wenn es nicht klappt. Meine Frage zurück, heiraten Leute nicht mehr, nur weil es die Option des Scheiterns und der Scheidung gibt. Natürlich kann es auch sein das irgendwann sich nochmal ein anderer Weg zeigt, dann braucht es Ehrlichkeit sich selbst gegenüber wie das dann gelebt werden will.

Und ja noch eine Entscheidung fiel diese Woche, fand ich traurig und erleichternd zugleich. Mein Vater hatte mich ja zum ersten Mal als Erwachsene auf eine Schiffsreise eingeladen da seine Frau nicht mitkommt. Ich hatte zugesagt aber mit gewissen Bauchschmerzen, denn wir sollten in einer Kabine zusammen sein. Eine Nähe die ich so gar nicht zu meinem Vater habe oder hatte. Dazu kommt eine ziemliche Reizansammlung oder gefürchtete Überflutung da viele Menschen auf dem Schiff sind, wir mit einer Gruppe reisen würden, jeden Tag auch noch Ausflüge zusammen einen halben Tag unternehmen. Und keine wirkliche Rückzugsmöglichkeiten. Kein in den Wald gehen oder Kapelle um durchzuatmen mich aufzutanken zur Ruhe zu kommen. Ich habe zunehmend Panik in mir hochsteigen gefühlt. Die Reise wäre ja Ende Mai. Und dann habe ich es in Theraphie angesprochen, und da sehr schnell gemerkt, das ist die volle Überforderung, das wäre alleine schon viel aber noch zu zweit in Kabine das geht nicht.

Also habe ich mir ein Hasenherz genommen und ihm das geschrieben, sehr lieb verpackt, und mich auch sehr bedankt, weil mich das ja wirklich freut das er mal an mich gedacht hat. Und erstaunlich er ist kein Stück beleidigt sondern war voll verständnisvoll und hatte sich schon gedacht das mir das eigentlich alles doch zuviel sein könnte. Er wäre extra erst um Mitternacht in Kabine gekommen damit ich ein bißchen Rückzug hätte. Nun überlegt er ob er seine Reise auch cancelt. Seine Seniorengruppe hätte ihn ja sehr gerne für die Ausflüge dabei. Ich bin wie gesagt erleichtert, konnte spürbar wieder Druck abbauen. Obwohl ich natürlich das Meer liebe und auch gerne etwas neues sehe. Es wird sich vielleicht eine andere Möglichkeit auftun. Meinen Vater besuche ich dann doch lieber im Salzburger Land wo er zuhause ist, und wohne dort in einer Pension und hab so mein eigenes. Hoffe das klappt im Sommer für ein verlängertes – Wochenende oder so.

Ja das war wieder mal eine volle Woche mit einigen Erkenntnissen. Die Gedanken die mich beeinflussen wollten sind auch wieder weg. Ich fühle mich ganz normal. Die Alpha Gruppe die ich leitete am Veranstaltungsabend lief übrigens auch gut, die Leute tauen schön langsam auf, und nach kleinem Essen und Vortrag diesesmal warum mußte Jesus sterben, gab es in Kleingruppen wieder die Austausch Möglichkeit.

So long, Lg, Bernadette

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