Es zerrt an mir…

Uff hab ich wieder einen Schmerz vom Rücken/Nacken – bis in den Kopf. Hat sich gestern schon angebahnt. Ursache vermutlich das Gespräch das ich hatte bzw. Inhalte die an mir zerren.

Gestern war ich beim Lkh Krankenhaus Seelsorgerin mich vorstellen fürs Praktikum dort. Die Frau hatte mich mal bei der Kirche fürs Singen u.a. Weihnachten für Patienten angesprochen und ich habe mitgemacht und es war sehr nett. Darum hab ich nun gewagt, um ein Praktikum anzusuchen. Und mir war klar, das ich auch meine Krankheit benennen möchte. Aus zweierlei Gründen, zum einen weil ich offen sein möchte, und schauen was da so zurück kommt. Zum anderen damit ich mit ihr reden konnte wie sie das dann sieht mit meinen Berufswunsch Pastoral Assistentin. Sie ist ja selbst eine P.A. die sowohl lange in einer Pfarre gearbeitet hat, und nun einige Jahre im Krankenhaus, daher hat sie einen guten Überblick was da so gefordert ist in diesen beiden Feldern.

Sie hat erstmal positiv reagiert auf mein Outing, meinte ich würde einfach fröhlich,herzlich,positiv, lebendig rüberkommen. Sie fand es mutig und sehr ehrlich das ich mich ihr öffne. Zum Berufsfeld, erzählte sie, sie ist in meinem Alter, das das alles sehr viel Kraft kostet. Sie würde heute mit ihrem Alter nicht noch mal erst anfangen wollen. Gar nicht per se die eigentlichen Aufgaben wie Jugendgruppe leiten, Wortgottesdienst halten etc, sondern in einer Gemeinde die verschiedenen Befindlichkeiten bis hin zu Grabenkämpfen der Ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Hauptamtlichen M. bis hin zum Pfarrer dessen Eigenheiten auszuhalten. Da zu vermitteln, aber auch ein Team aufzubauen und motivieren. Das ist sehr sehr viel.

Ich merke ja in meiner Pfarre wo ich „nur“ die Ehrenamtliche bin, wie mich manche Befindlichkeiten untereinander von anderen stressen, z.B. eine Frau die immer kämpfen/streiten muss wenn wir z.b. Organisationstreffen haben für Alphakurs. Irgend etwas mißfällt ihr immer, und sie schafft öfters die sehr positive Stimmung ins Negative zu kippen für einen Moment. Ich kann nicht wirklich mit ihr, mich schafft das. Wäre ich nun die P.A. müßte ich hier vermitteln, und sie trotzdem im Team halten u.a.

Kurz es sind sehr hohe Anforderungen, auch das man hier den Bleistift nach Dienstschluß fallen lassen kann, kann man sich abschminken meinte sie. Auch wenn man sich abgrenzen muss, gibt es hier viele unerwartete Arbeitseinsätze wie z.B Messner ist krank, wo man einspringen muss im Gottesdienst etc. Ich bin richtig müde alleine beim zuhören geworden. Merke das ich mir bis jetzt vorstellen konnte einzelne Aktionen zu händeln s.o. von der Energie her, aber das ganze Paket ist doch …..ja eigentlich zuviel. ?

Und ich merke es bilden sich im äußeren Kreis (Leute)und im inneren (meiner selbst) zwei Fraktionen die an mir zerren. Die einen die wollen das ich im Beruf bleibe, bzw. wieder voll einsteige, die sehen das ich etwas kann, die mir Mut machen wollen, die Angst haben in Frage zu stellen wenn man nicht so leistungsfähig ist. Gleichzeitig die aber eher nicht sehen, wie müde und erschöpft ich bin, was mich bis jetzt die Krankheit an Energie kostet, bzw. das mein erfahrenes Leben mich diese Energie kostet, meine Dünnhäutigkeit, meine Suizidgefühle zeitweise mit denen ich zu kämpfen habe, und das ich jetzt schon von Woche zu Woche mich hantle, das es so viel ist das ich nicht weiss wie ich das Jahr aushalten soll, wenn ich ehrlich bin.(schnüff)

Das sind Menschen wie mein Vater der sehr leistungsorientiert ist, aber selbst bei Arbeit/Nähwerkstatt, die Trainerinnen die erschrocken darauf reagieren wenn ich im erzählen vom Gespräch von der Seelsorgerin das alles infrage stelle, Arbeiten bzw. Berufsziel. Und andere, die denken sie muss es nur ausprobieren, dann wird es schon klappen? vorher aufgeben ist aufgeben und gibt es nicht, darf es nicht geben. Das baut Druck auf diese Erwartungshaltung, auch wenn Leute nicht wollen das ich runterfalle, denn das wäre es für manche wenn ich dann, Frührente beantragen würde. Aber was hätten die Menschen davon wenn ich der Norm genüge, aber noch kränker würde bzw. am Limit leben?

Die anderen sind Menschen wie z.b. meine Therapeutin, und die Seelsorgerin Lkh, aber auch der Pfarrer meiner Gemeinde mit dem ich ja ein Gespräch kürzlich hatte. Die zum einen wie Thera um mich sehr konkret wissen, meine tiefsten Abgründe besser kennnen und auch bereit sind in diesen Schmerz und Schwäche hinzuschauen. Zum anderen die das Berufsbild Pastoral sehr gut kennen und die ganzen Anforderungen und Zerreisproben. Die mich nicht verheizen wollen wie die Seelsorgerin sagte, die mich zu wertvoll finden um etwas nachzujagen das einfach zuviel sein könnte. Und die mir andere Optionen wie sich wertvoll fühlen im Leben öffnen bzw. mir zugestehen, das auch mit Frührente und Ehrenamt man vielleicht kleine aber gute Brötchen bäckt. Und auch meinen Glaubensweg aktiver noch leben kann, mehr Zeit für Gebet.

Dagegen sträubt sich ein Teil von mir, der wie die anderen dabei sein will, mitspielen, seinen Wert von Leistung abhängig macht, und sich überhaupt fragt, würde mich denn die Krankenkasse etc in Pension schicken. Das könnte ja auch ein Kampf für sich werden. (was dann? Entscheidung innerlich für Rente aber es geht nicht durch. Dann muss ich offiziell dem Arbeitsmarkt verbleiben, der mich so aber nicht will, schon nur als 50jährige ohne krank sind die Chancen sehr gering) Der andere Teil aber merke ich (zumindest)heute, neigt dem zu, weil ich hier nichts leisten muss, die Erschöpfung – Krankheit Symptome ernst genommen werden, und das Wissen welche Verzweiflung dabei entstehen kann wenn ich über meine Grenzen gehe.

Und das überhaupt eine Option gesehen wird, wenn denn die andere Seite die Pastoral Kommission mich nicht nimmt. (Entscheidung Februar 2020) Wenn ich da offen auftreten würde, könnte ich glaube ich sowieso gleich einpacken. Ich kann jetzt sagen, das wird das Jahr zeigen, ich muss es nicht übers Knie brechen eine Entscheidung zu treffen, kann schauen wie belastbar ich bleibe oder nicht in meiner jetzigen Situation. Aber ich weiss nicht ob ich es ein fast noch ein Jahr aushalte nicht zu wissen wohin ich gehöre. Es zerrt so sehr an mir. Bin müde und das ist nie gut bei mir.

Lg, Bernadette

Ein Kommentar zu „Es zerrt an mir…

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