Ängste benennen, Klarheit gewinnen

So fühlt es sich in meinem Kopf an, Buchstabensalat

Ich knüpfe an den Post, es zerrt an mir, an. Heute habe ich ins Gebet alles hineingelegt, und einfach mal die Pastoralassistentin versuchsweise ganz gehen gelassen. Gab einige Tränchen. Und viel Kopfkino und Buchstabensalat und ein schwankendes Emotionsschiff. Bin dann meinen Waldspaziergang mit Stopp Gebetsraum in der Psychiatrie gegangen. Dort habe ich dann ein paar richtig dunkle Gedanken bekommen. Und das an dem Ort, wo ich nur ein Knöpfchen drücken müßte, das ne Schwester kommt, aber was sagen? Sicher nicht was mir so durch den Kopf an noch reinem Gedankenkreisen ging, da behalten sie mich glatt da, wenn sie denn ein Bett frei haben. Dann habe ich Moment gerungen ob ich meine Therapeutin anrufe, aber die hat nicht nur WE sondern ist auch noch auf Exerzitien und die will ich ihr nicht verhauen. Ausserdem ist die Gute so etwas wie ein Telefon Joker, man ruft nur im absoluten Ernstfall an, hebt sich das Guthaben auf.

Bitte Gott um HIlfe, da fällt mir ein das gleich die Messe ist in der nahen Krankenhaus Kirche, wo ich wochentags gerne mal gehe. Ich lasse mich auf den Wink ein, und tatsächlich in der Kirche wo mir ein paar sehr freundliche vertraute Gesichter entgegen lächeln und während des Gottesdienstes wo ich mich aufs Singen und Gebet ( zur Klarstellung Singen im Gottesdienst ist Gebet, darum so traurig das oft so viele heutzutage passiv nicht mehr mittun) einlasse und meine Stimmung aus der dunklen Zone wieder rauskommt.

Danach erlaube ich mir Fastenzeit ja nix süßes, aber Chipspackung von Tanke zu holen um jetzt hier ein paar Gedanken aufzuschreiben, um Ängste zu benennen und Klarheit hoffentlich zu gewinnen.

Ich lasse in Gedanken die Option Berufswunsch Pastoral Assistentin gehen, sprich lasse es los. (probeweise!) dann kommt hoch:

Mein Vater hat den Theologischen Kurs finanziert, und nun gebe ich auf, und er wünscht mir ja eine gute Stelle, und könnte Frührente sicher nicht verstehen.

Alle Menschen die mich kennen und an Option, nur Mut dann geht schon alles glauben, werden enttäuscht, könnten an mir kratzen, es nicht verstehen, mich glatt für faul oder feige halten, oder mich gar bemitleiden, würgs.

Menschen die mich nicht kennen, könnten bei Frührente gehen, mich per se als Versager abstempeln oder sich fragen wie kommt eine 50jährige dazu, oder Sozialschmarotzer – wenns ganz arg kommt( wenn man selbst gebildeten Leuten so zuhört wie sie öfters allgemein über Arbeitslose oder Asylanten reden ist das nicht so weit her geholt).

Müßte ich mich immer wieder neu erklären, ob mit der Tatsache oder ev. Hintergrund/ die Krankheit benennen, das kann richtig Kraft kosten und setzt viel eigenes Verständnis und Akzeptanz für mich vorraus. Wovon ich momentan noch entfernt bin mich so zu akzeptieren mit meiner Krankheit.

Müßte ich einen Antrag einreichen heißt das alle Unterlagen zusammen bekommen, nicht so leicht bei meinem bunten Lebenslauf, habe nicht mehr alle Daten. Weiters vermutlich Arztuntersuchungen von Krankenkasse/Gutachten? Monatelanges Warten. Müßte ich mich nicht auch länger krankschreiben lassen dann? Denn wenn ich scheinbar gut funktioniere in Arbeitsmaßnahme/Nähwerkstatt warum sollte ich dann allgemein nicht arbeiten können?

Was wenn ich mich so entscheide, aber der Antrag geht nicht durch? und ich bleibe dabei nicht mich zu bewerben P.A.? Dann bleibe ich vermutlich weiterhin beim AMS, Rehaberaterin, doch könnte ich dann in andere Maßnahmen nach dieser „gesteckt“ werden? Wie lange muß ich dann im Kreis gehen? Wie lange pseudo real Arbeitslos sein? Und diesen Druck und Stress aushalten.

Für die Leute die sich jetzt sagen dann arbeite doch in einem anderen Feld. In zig anderen Feldern habe ich mich vor meiner Erkrankung beworben, und bei allem Interesse an meinem bunten Lebenslauf haben null Jobs dabei herausgeschaut. Meine Vermutung, Ende/Anfang 50 -Altersdiskriminierung, zu bunter Lebenslauf, zu viel im Ausland gewesen – zu wenig Stallgeruch? Ich weiss das aber jetzt konkret, ich bin nicht mehr im Tourismus einem total stressigem Arbeitsfeld einsetzbar. (so mehr Verteidigung gibt es nicht, ist nicht nötig)

Und schließlich Frührente geht durch, finde ich dann eine eigene positive Tages/Lebensstruktur? Mache ich dann Ehrenämter wenn ich nicht mehr muss wegen P.A.? Ich denke schon, würde eher annehmen das ich mich hier einbremsen muss um mich nicht zu verheizen. Man kostet ja nix als Ehrenamtler und wird in alle Richtungen gesucht. Würde Ehreamt, eigene Interessen – sprich Hobbies und mein Glaubensweg reichen um mich als wertvoll zu empfinden, nicht runterzufallen, genug soziale Kontakte zu haben etc?

Die finanzielle Frage stellt sich nicht so wirklich, da ich ob als Arbeitslose oder Frührentnerin oder mit Halbtagsjob, mehr geht ja nicht mehr definitiv, immer gleich wenig rausbekomme in etwa. (Mit dem Vorhaben auch das Gelübde der Armut/Einfachheit abzulegen, würde mir das scherzchen ja nur entgegenkommen, dann muss ich mir über zuviel Geld haben keine Sorgen machen, weil nicht vorhanden)

Das sind erstmal die wesentlichsten Punkte, zusammen gefasst: bin ich noch wertvoll, werde ich anerkannt trotzdem oder geächtet, eigene Struktur weiter aufbauen, Ämterweg/Stress aushalten. Hm so aufgeschrieben ist das plötzlich nicht leicht, aber überschaubarer.

Dürfte es denn so etwas wie Freude auch geben? Wenn ich an meinen Glaubensweg denke, und das ich mehr Zeit hätte zu beten, wieder regelmäßig in Kirche zu gehen, zu Gruppentreffen spiritueller Art um Austausch und Kraft zu schöpfen, ja dann freut es mich. Bei Ehrenämtern müßte ich sehr auf meine Kräfte aufpassen, könnte eine gute Struktur bieten. Und vielleicht meine Kreativität mehr leben wie schreiben, mal basteln, zeichnen. Wenn ich in eine normale Rente mit 60 ginge dürfte ich auch Freude am Leben haben! Was wenn mich genau das stabil halten würde, wäre es das nicht alleine wert? Und natürlich ein Haustier Katerchen haben, das kommt immer mehr auf, da ich schön langsam die Trauerzeit verarbeitet habe. Und natürlich in Natur sein, mich bewegen, kleine Ausflüge machen. Das alles erscheint mir als wertvolles und sinnvolles Leben.

So und nun nach Gedankenreise? Alles wie gehabt? Beschließe ich das nun? Oder lasse die Option auf mich wirken? Mache ich dann überhaupt noch den Theologischen Kurs fertig, gebe mir den Lern – und Prüfungsstress. Bitte nochmal fürs letzte Seminar im Sommer um finanzielle Hilfe, oder ist es dann nicht rausgeschmissenes Geld? Gebe ich mir die Freiheit wenn mir diese Arbeit momentan zu viel wird, Erschöpfung auftaucht das ich dann mich krankschreiben lasse. Höre ich auf zu kämpfen? Um die Sache oder mich selbst zu bekämpfen?

Ich kann das nicht heute lösen, entscheiden, es liegt ja auch nicht alles in meiner Hand, aber ich sehe wohl nicht nur Schatten sondern Licht am Ende des Tunnels.

Wie heißt es so schön, Jesus, sprich nur ein Wort so wird meine Seele gesund. Schenk mir den Mut dich zu hören.

Lg, Bernadette


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