Ent – scheidungen

(Jesu, Wiener Neustadt Kirche)




Es ist sehr schmerzhaft aber ich musste mich entscheiden. Ich halte dieses zerren an mir einfach nicht aus. Als ich Wien war habe ich ja vorgefühlt bei der Sekretärin vom Theologischen Kurs was machbar ist. Nun nach ein paar Tagen ringen mit mir, und spüren das ich an meiner Belastungsgrenze bin, und so nicht weiter machen kann wie bisher, habe ich einen ersten Entschluss gefaßt.

Ich habe die Seminarwoche im Sommer für den Theokurs abgesagt, heißt ich werde nicht daran teilnehmen und in Folge dessen die Prüfungen nicht wie geplant im Herbst machen können.

Dafür habe ich mich für den parallelen Kurs angemeldet, der genau da weitermacht wo ich gerade stehe. Der ist dann mit 3 WE Seminaren in Graz, wo ich keine Unterkunft brauche, sondern von Fr-So jeweils hingehe. Die Termine sind hier weiter gestreut, Ende Okt/ Mitte März/ Mitte April. Jeweils danach kann ich die Prüfungen machen ca 1-2 Monaten später.

Das heißt ja ich mache diesen Theologischen Kurs fertig, aber mit viel mehr Zeit. Allerdings heißt das nun in nächster Konsequenz ich kann im Februar nicht zur Komission antreten für die Bewerbung Pastorale Assistent. Könnte das mir sagen, ist es nur ein Jahr verschoben.

Aber die Wahrheit ist, ich schaffe das nicht. Mein System macht nicht mehr mit. Hier bin ich so gemischter Gefühle, darf ich aufhören an diesem Punkt, weil ich zeitweise Symptome habe bzw. Präpsychotisch war, ich mit selbstverletzenden Gedanken ringe die von aussen scheinen zu kommen. (wie Gedanken eingeben) Sind es diese einzelnen Spitzen, die erschrecken, und erst abklingen bei Stress rausnehmen oder Medis raufsetzen (weil vorher runtergesetzt)?

Oder ist es vielmehr die fast durchgängige Erschöpfung die mir so zuschaffen macht. Klar mache ich viel, Halbtagsjob, Lernen, Ehrenämter. Aber die Ausbildung+Job dann selbst parallel und danach funktionieren im Job als Pastoral werden nicht weniger sondern mindenstens soviel, wenn ich allen Pastoral A. zuhöre die mir von ihrem Joballtag berichten.

Ich würde immer an der Grenze und darüber lavieren. Und das um einen Job zu haben, um mitzuspielen, für die Freude am Job?, die Anerkennung der Gesellschaft ein nützliches Mitglied zu sein?

Ich habe noch immer Angst das ich zu früh entscheide, halte diese ungeklärte Situation aber nicht aus. Und will ich wirklich die Komission entscheiden lassen, das sie mich, gefühlsmäßig eher nicht nehmen, weil nur diese 2 Plätze mit ev. empfohlenen Kandidaten. Was würde es mir nützen wüßte ich das sie mich nehmen? Wäre dann nicht sogar eher klar, das ist mir zuviel, eine Nummer zu gross, nicht weil das Interesse fehlt, sondern die Energie, die Stabilität nicht vorhanden ist.

Weil ich immer wieder merke, nach Treffen mit Leuten ob im kleinen privaten Rahmen oder in Gruppen/Events von Pfarre das ich danach wieder Pause brauche, mich zurück ziehen muss, sacken lassen, oder richtig auftanken. Das ich dann andere Termine öfters Gospelchor ausfallen lasse, oder an Feiertagen wie heute niemand treffe um mich zu erholen.

Warum muß man sich so rechtfertigen hat das Gefühl man muß das plausibel erklären. Denn wenn ich adieu sage dazu, ist es auch zu anderen Berufen. Das heißt Frührente beantragen, und überhaupt nicht wissen ob sie das ok geben. Oder ob ich dann in Endloschleife beim AMS hänge, zu alt, krank, etc aber ganz schlimm pseudo mäßig dem System zur Verfügung stehen muss. Das macht mir auch Angst. Das ich dann trotz allem Loslassen nicht frei sein könnte. Mir nicht abgesegnet ein Leben eben in Frührente aufbauen kann, ausgerichtet an dem was ich dann noch beitragen kann an u.a. Ehrenämtern. (aber ohne mich gleich wieder zu verheizen, der Leistungsgesellschaft zu genügen)

Der nächste Schritt wäre, dem Pastoralleiter zu schreiben, und selbst abzusagen meine Bewerbung. Und dann all den gutmeinenden Menschen um mich herum reinen Wein einschenken, nicht wissend, ob sie es dann wirklich gut meinen mit mir, sprich sehen können wo ich wirklich stehe. Und die ganz große Überwindung meinem Vater Bescheid zu geben, der hat so Hoffnung gesetzt das ich diesen Beruf erlerne bzw. damit einfach einen guten Job habe. (Wenigstens kostet ihm so das letzte Seminar an WE wo ich nur hingehe nicht übernachte nichts)

Ich hoffe ich habe die Kraft und den Mut dazu das zu tun. Es werden mich nicht alle, gleich, verstehen damit werde ich leben müssen.

Aber ich will endlich wieder aufatmen, lächeln können, mich an meinen Leben erfreuen, nicht verzweifeln. Wäre ich Gedankenspiel ja bereits 60 und nicht 50stes Lebensjahr, würde ich mir das voll und ganz zuzugestehen. Und ich will nicht das die Krankheit stärker wird, weil ich meine Kräfte verbrauche. Immer dieses Gefühl als müßte ich erst noch kränker sein, Rückfälle haben müssen, in Psychiatrie sein, bevor es bewiesen ist, es ist genug.

Bitte drückt mir die Daumen, das ich auf mein inneres Höre, Loslasse, Mut aufbringe und „Krönchen richte“ und weitergehe. In mein Leben, vielleicht ganz schlicht, ohne Ego, aber meines.

Lg, Bernadette und das am Tag der Arbeit

2 Kommentare zu „Ent – scheidungen

  1. Hier kam die Frage auf, ob es ein eigenes Versorgunswerk gibt für Berufsunfähigkeit. Leider habe ich im Moment fast überhaupt noch keine Ahnung. Weiss nur man muss den Antrag stellen, kommt zu mindestens einem Amtsarzt, und dann wird genehmigt oder abgelehnt. Es ist aber wohl in Österreich keine Frührente auf Dauer, sondern immer nur für ein paar Jahre genehmigt, so das sie einen wieder in den Arbeitsmarkt zurück rufen könnten. Die Realität ist natürlich wenn man einmal draussen ist, ist man nicht mehr einsetzbar oder gewollt am Arbeitsmarkt. Ist ja schon oft bei längerer Arbeitslosigkeit das selbe.
    Lg, Bernadette

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s