Reha

Leute wie die Zeit vergeht. Nun bin ich ein wenig abgetaucht da in Reha seit 3 Wochen. Es war so trubelig und ist, das ich bis jetzt nicht die Ruhe fand zu schreiben. Nun bin ich körperlich ein bißchen angeschlagen und anstatt ausnahmsweise Sporteinheit gibt es eine Blogeinheit. Kein Wunder das ich ausgerechnet jetzt runterfahre, wo das Gelübdewochenende vor der Tür steht.

Aber dazu eines anderes mal mehr heute zur Reha. Sie ist in St. Radegund bei Graz, Steiermark, Österreich. So nun wißt ihr es ganz genau 🙂 . In einer grünen Hügellandschaft gelegen am Fuße des Schöckls. Das ist der Hausberg von Graz mit ca 1445m hoch. Mit einer Freundin und ihrem Bekannten bin ich tatsächlich seit ewigen Zeiten letztes Wochenende hochgestiegen. Runter habe ich mich von der Gruppe abgeseilt und bin mit der Seilbahn. Muss mir auch nicht mehr alles auf einmal beweisen. Die Kondition wird schon wachsen je länger ich in der Steiermark wohne.

Die Klinik ist nicht gerade klein, aber alle Angestellten sind en gross wirklich nett. Klingt wie Werbung, aber ich muss sagen, man ist tatsächlich bemüht um einen und das die Gesundheit sich verbessert. Obwohl man klar dazu sagen muss, 6 Wochen richten nicht deine Krankheit in Gesundheit gerade, die du dir über viele Jahre erworben hast, durch innere und äußere Faktoren. Aber es setzt Impulse und wenn man offen ist und lernfähig kann man etwas mitnehmen.

Nun wird die Frage kommen spürst du schon eine Verbesserung. Mir geht es definitiv besser als vor und nach Klinikzeit, ja das kann ich sagen. Das denke ich teils liegt es auch an den Medikamenten die ich nun neu nehme seit Klinik. Und teils schon an den vielen Einheiten die wir hier absolvieren.

Ähnlich wie in der Klinik nur noch viel viel mehr, puha sag ich öfters, gibt es: Ergo sprich kreatives Gestalten – könnten aber auch Gedächtnisübungen sein wenn man will, mir macht das Collagen herstellen sehr viel Freude ist mein Metier, auch das Töpfern lustvoll gatschen im Ton und dann wieder zerstören hat mir Freude bereitet. Oder einfach Zeichnen oder Malen.

Dann gibt es Einzelgespräche mit Therapeutin, hier im Gegensatz zu Klinik einmal die Woche, das ist schon das was man minimal braucht. Die Thera ist nett und kompetent, wir kommen ein Stückchen weiter. Leider ist sie nun auch in der Urlaubszeit ab nächster Woche und wir bekommen anstatt Einzeltherapie nun Therapie für je 3 Leute. Kein Scherz, davon ist niemand begeistert, aber mal sehen.

Weiters haben wir Physiothera, sprich Körperübungen oder Sport genannt. Mal auf Fitnessgeräten, und öfters mit Bällen, oder dem eigenen Körper, ich mag die Bewegung und sie tut mir gut.

Eine Basisgruppe, heißt wir sind eine Gruppe von 12 Leuten wie die Apostel, genannt Gruppe D, die sich zu den meisten Aktivitäten gemeinsam trifft, nur bei Vorträgen mischt es sich. Und Basis ist auch eine gemeinsame Gesprächsgruppe wo wir Themen aufgreigen über Emotionen, Depressionen etc. Das findet 4x Woche statt.

Dazu kommen eine Vielzahl von Vorträgen, die unterschiedlich gehaltvoll sind, über Schlaf, Medikamente, Demenz, Suizid, Psychiatrie, Achtsamkeit, Ernährung und vieles mehr.

Ja und das schönste ist was ich bekomme die Hundetherapie, Freude pur! Eine Frau Thera hat einige Hunde meistens so 6 auf einmal mit ca 10 Leuten aus verschiedenen Gruppen die zusammen die Hunde spazieren führen und lernen mit Hunden umzugehen. Ich hatte das Glück den Babyhund Henry halten zu dürfen und ein anderes Mal Babsi einen kleinen Mopsartigen Hund der viel Stärke beim ziehen beweißt. Klein aber oho sag ich nur. Da steigen schon die Endorphine, Tiere machen mich einfach glücklich.

Ja ein kleiner Schwachpunkt ist schon vorhanden, ich habe da ich ja so schnell einen Platz vom Krk aus bekommen habe ein Doppelzimmer und kein Einzelzimmer wie die meisten. Die erste Woche hatte ich eine ältere Dame aus Venezuela die mehrsprachig war und klare Vorstellungen was zu tun und zu lassen. War ok aber wir kamen uns nicht so nahe. Ab Woche zwei dann Wechel, sie reiste ab und ich habe eine junge Frau in den 30ern bekommen, die nun ein Spätzubettgeherin ist und natürlich schnarcht, Ohropax sind wieder im Einsatz wie in Klinik. Ansonsten ein fröhliches temperamentvolle Frau.

Ich dagegen gehe mittlerweile wie Kinder um 20 ins Bett, völlig geschafft von dem ganzen Programm und mit dem Abendmedikament auch neu seit Klinik schlafe ich echt lange. Für mich zu lange, aber die Ärztin hier meint das kann ich gebrauchen für die Stabilität. Werde ich bis zuhause lassen, und dann ein bißchen wie meine Psychiaterin erlaubt hat etwas soweit es geht reduzieren denn 8h Schlaf reichten auch anstatt 10!

Dieses wenig zurück ziehen können nach all den vielen Einheiten, hat mir am Anfang schwer zu schaffen gemacht und ich war am Ringen ob ich das schaffe die ersten 1, 5 Wochen. Dann hat sich der Schalter langsam umgelegt und nun bin ich ganz gut dabei. Wenn man denkt in der Klinik war ich 3 Wochen und dann war ich müde davon. Hier habe ich das Gefühl das es erst wirklich zu wirken anfängt wo ich jetzt stehe.

Die aber falsche Erwartung von manchen Menschen, konkret mein Vater mal wieder, das ich nach Reha so fit wäre doch einen Beruf auszuüben und das ja in Salzburg Pastoral Assistenten gebraucht werden würden, schafft schon wieder Druck. Gegen diesen Druck anzugehen schafft Erschöpfung, ein Musterspiel das wir uns ein Leben lang liefern. Ich mag aber nicht mehr mitspielen. Dann nicht Papas lieb Tochter sein und loslassen von seiner Bewertung.

Ich schaffe hier nur mit Hilfe der Sozialarbeiterin einen Reha Geldantrag auszufüllen. Das ist kein Antrag für die Reha hier. Sondern anstatt Frührente gibt es das in Österreich jeweils für ein Jahr wenn es genehmigt wird, dazu langer Antrag, Besuch von ca 3 Ärzten oder Gutachtern etc. Die Sozialarbeiterin hat mir freundlicherweise eine andere für die Zeit nach der Klinik vermittelt. Bin ich froh da nicht mehr alleine rumwursten zu müssen, bei Papier und Behörden stehe ich manchmal echt an. Grad mit meinem bunten Lebenslauf. Das noch alles hinzubekommen aufzuschreiben. Herje.

Soviel kann ich sagen ich bin schon aufgeregt für die Feier am Sonntag, aber dazu ein anderes Mal….

Seid lieb gegrüßt Eure Bernadette

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