Alltag

Nun hat mich wieder der Alltag nach der Reha. Direkt danach war ich ziemlich busy mit Ämter und Ärzten Besuchen. Habe nun Rehageld beantragt, und schon wieder Unterlagen die ich zusätzlich einreichen muss. Es werden dann auch Ärzte Gutachten erfolgen wo ich erscheinen muss.

Und nun heißt es für die nächsten 2 – 3 Monate warten das es durchgeht. In dieser Zeit versuche ich mir nun selbst wieder eine Tagesstruktur aufzubauen. Hab meine Ehrenämter wieder aufgenommen. Ob Bibelteilen in Pfarre, oder im Frauen Obdachlosenheim Dienste übernehmen oder zu den Kranken mit der Seelsorgerin gehen und singen während sie Wortgottesdienst hält. Und meine Interessen für mich Gospelchor, Englisch Conversation u.a. und natürlich Therapie.

Mir ist bewußt geworden das meine letzte Psychotische Phase im Sommer bevor es gekippt ist und ich mich suizidal fühlte, ein fast positives Erleben davor war. Mein Kopf war immer speed mäßiger unterwegs, das äußerte sich in einem vermehrten Schreibedrang, dem ich zum Glück nur teilweise nachging. Hatte das Bedürfnis Zeitungen und Fernsehsender zu checken was sie über Psychosen und Schizophrenie berichten und ihnen dann gegebenfalls zu schreiben ob ich das positiv fand oder nicht. Irgendwie wollte ich die am liebsten alle vernetzen auf einen besseren Level heben. Schon amüsant, wäre viel Arbeit geworden ….wenn mein Zustand nicht eingebremst worden wäre.

Auch habe ich mich so eins mit dem Wald gefühlt, was schön ist, allerdings kommt da jedesmal die nicht ungefährliche Tedenz auf das ich am liebsten mich im Wald „verkriechen“ übernachten, oder verschwinden will. So eine Art eins sein mit der Schöpfung. Ich denke das liegt tatsächlich in uns diese Sehnsucht, ist im Glauben ja auch da dieses Bedürfnis zu „verschmelzen“ mit Gott, der Schöpfung.

Ja es ist gut das nochmal klarzuhaben was da passiert ist, damit ich dem aber nicht nach trauere und mich in diese Zustände zurück wünsche. Wie meinte meine Thera lieber ein buntes Leben ohne Psychose.

Nun versuche ich das im Alltag zu spüren ob das bunte Laub der Blätter wo der Herbst nun endlich eingetroffen ist.

Liebe Grüße aus dem Alltagsleben Bernadette

5 Kommentare zu „Alltag

  1. Ja, eine Psychose kann auch schön sein – wenn man denkt, man wäre ein Engel, oder Jesus oder man sich eins fühlt mit der Natur. Das kann extrem berauschend sein so ein Gefühl. Fies ist es dann wieder auf dem Boden der Tatsachen anzukommen. Bist du eigentlich schizophren oder schizoaffektiv? Letzteres oder?

    Liken

      1. Das was mir am meisten zusetzt ist schnelle Erschöpfung vom Tun oder Leute treffen. Und Stress geht gar nicht, kann mich auch suizidal machen. So hat jeder seins. Aber Antrieb ist da.

        Liken

      2. ja, das ist bei Psychose immer ein Problem mit dem Stress… bei mir werden bei Stress die Stimmen lauter. Suizidalität habe ich zum Glück seit 3 Jahren nicht mehr weitestgehend. Davor war das aber ne endlose Geschichte oder ein Fass ohne Boden.

        Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s